taz-Bericht: Merkels Zitat als Fassadenschmuck

Was verbindet Angela Merkel mit der Dokumentarfilmen Katrin Rothe, dem Romanautor Andreas Baum, dem Sechsenmaler, Dadaisten und anderen Hausbesetzern und einer „illustren“ Immobilienfirma? Alle kommen in meinem großen Text über die Lage in Berlin-Mitte vor.

Ausgehend von dem Zitate „Wir schaffen das“, das an einem frisch sanierten Haus prangt, mache ich einen ausschweifenden Spaziergang durch das Viertel mit den sprechenden Hauswänden und seine Geschichte.

Dank der anregenden Kritik von Bert Schulz und Julia Bock aus der Berlin-Redaktion ist da ein – hoffentlich – sehr rundes Stück auf zwei Seiten im Berlin-Teil der Wochenendausgabe geworden.

Mittlerweile steht der Text auch online auf taz.de – versehen mit Schwarz-Weiß-Fotos, die anders als in der Print-Ausgabe, ebenfalls von mir stammen.

Das war sicherlich einer der längste Texte, die ich je für die taz geschrieben habe. Dennoch musste ich eine Passage rausnehmen, die über die Invalidenstraße 1. Das Eckgrundstück zur Brunnenstraße gehört ebenfalls zur Sanus AG, die dort mittlerweile einen Neubau errichtet.

Für den dort zuvor abgerissenen Altbau hatte ich vor über einem Jahr schon einen Nachruf in meinem Blog geschrieben.

Was darin noch fehlte: Durch den Abriss wurde an der Brandwand eine alte Werbung für „W. Randel’s Restaurant“ sichtbar – über das ich im Internet nichts herausfinden konnte. Die Webung muss dort angebracht worden sein, bevor das jetzt abgerissene Eckhaus gebaut wurde. Und sie ist mittlerweile wieder hinter dem Neubau verschwunden und wird frühestens wieder sichtbar, wenn auch dieser wieder abgerissen werden sollte.

Und wenn wir schon an der Kreuzung sind: gleich gegenüber befindet sich seit DDR-Zeiten die Polizeiwache in einem Plattenbau. Der wurde vor einigen Jahren schon saniert und trägt seither eine rot-schwarze Fassade. Ganz so, als würde die Polizei die alte Textzeile der unter Hausbesetzer bis heute beliebten Ton Steine Scherben persiflieren. „Denn die rote Front und die schwarze Front sind wir“.

Und wieder stellt sich die Frage:

Wer ist „wir“?

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