taz-Titel: Die AfD, die Griechen und der frühe Redaktionsschluss

Es gibt Tage, da passiert so viel, dass man glatt mehrere Titelseiten machen könnte. Der Sonntag war so einer und so hat die taz am Montag tatsächlich zwei verschiedene Titelseiten – auch wegen des frühen Redaktionsschlusses unserer kleinen Zeitung. Am liebsten hätte ich sogar drei Titel gemacht, aber das scheiterte – am frühen Redaktionsschluss unserer kleinen Zeitung.

Zunächst einmal war da die AfD und ihr Parteitag. Am Samstag hatte die Basis mal eben den Parteigründer Bernd Lucke vom Thron gestoßen und durch die noch deutlicher nach rechts treibende Frauke Petry ersetzt. Ich habe meine Kollegin Sabine am Orde gefragt, die für uns den Parteitag vor Ort in Essen beobachtet hat, was denn ihrer Meinung nach die wichtigere Nachricht sei? Dass Lucke durch Petry ersetzt wurde oder das offene Flirten mit der unsäglichen Pegida-Bewegung. Ihre Antwort war klar. Und da Pegida ja schon immer eine der abstrusesten Abkürzungen überhaupt war, lag die Idee für die passende Titelseit auch schnell auf der Hand.

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Die schmückte dann die erste Ausgabe, die wie üblich schon um 17 Uhr fertig sein sollte.

Aber dann kamen ja noch die Griechen und ihr Referendum. Die Wahllokale schlossen um 18 Uhr deutscher Zeit. Uns blieb danach noch eine knappe Stunde, um auch für die restliche Auflage eine schicke Eins zu basteln.

Leider haben die Griechen nicht so schnell ausgezählt, wie erhofft. Bis kurz vor 19 Uhr gab es nur Umfrageergebnisse vom Sonntag, die zwar eine Tendenz zum „Ochi“, zum „Nein“ erkennen ließen, aber es gab keine einzige Hochrechnung, die auf echten Auszählungen beruhte. Alos blieb uns nichts anderes, als sehr vorsichtig zu titeln.

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Die Geschichte zur AfD rückte dafür unter der Zeile „Rechte noch rechter am rechten Rand“ – an den rechten Rand! So soll es sein.

Viel lieber hätte ich aber eine Titelseite an die Druckereien geschickt, die ich auch schon vorbereitet hatte. Die ersten Hochrechnungen waren dann sehr klar, aber eben leider für uns eine gute halbe Stunde zu spät. Schade.

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