taz-Titel: Nazis raus, Rechtspopulisten rein

An einem Wahlabend eine treffende Titelseite zu machen, ist stets eine besondere Herausforderung. Zumla wir bei der taz für einen Teil der Auflage schon um kurz wenige Minuten nach 18 Uhr eine fertige Ausgabe rausschicken müssen. Die können wir später nochmal aktualisieren, aber meine Erfarhung aus den letzten Jahren zeigt, dass man das meist nur in Details mache muss, wenn man gut vorbereitet in den Abend geht.

So auch nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern.

Worauf kann man sich zu so einem frühen Zeitpunkt festlegen? Klar war: die SPD liegt vorn, aber das war wenig überraschend. Am wichtigsten war das Abschneiden der AfD. Landet sie über 20 Prozent? Und vor der CDU? Das war am frühen Abend noch offen. Ziemlich klar aber war, dass die NPD rausfliegen würde.

Deshlab hatte ich eine Titelseite mit einer Doppelschlagzeile vorbereitet:

„Zuerst die gute Nachricht: NPD draußen – Und hier die schlechte: AfD bei 20 Prozent“. Komniniert mit einem Foto, dass einen AfD-Anhänger zeigt, der vom Klischee her aber auch gut zur NPD passen würde.

Nach den 18-Uhr-Prognosen konnte ich das schnell in „… Und hier die schlechte: AfD über 20 Prozent“ abändern und rausschicken.

Als dann klar wurde, dass die AfD sicher vor der CDU landen wird, habe ich nochmal leicht nachjustiert:

Bildschirmfoto 2016-09-05 um 20.43.01

Insgesamt – aus Sicht die Titelproduzenten – ein ruhiger Abend. Wenn auch das zu berichtende Ergebnis gruselig ist.

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