taz-Titel zum Verbalgerassel zwischen Nordkorea und USA (mit Making of …)

Kim Jong Un droht den USA mit „totalem Krieg“. US-Präsident Donald Trump bleibt alles andere als gelassen und droht zurück mit „Feuer, Wut und Macht“. Es ist zum Füchten. Und: was soll man da noch sagen?

Meine erste Eingebung – purer Sarkasmus unter Verwendung von Trumps Orginalzitat:

Allerdings war schnell klar: das ist von Dienstagabend und wird für auf einer Printausgabe für Donnerstag reichlich durchgenudelt wirken. Außerdem ist Trump hier mal nicht allein der Dumme, Kim Jong Un spielt ja genauso mit. Und im Hintergrund droht der Einsatz von Atomwaffen.

Fast möchte man den beiden zurufen: kommt mal runter, entspannt euch! Wer wird denn gleich in die Luft gehen?

Das passende Bild dazu findet sich bei Wikipedia:

Zudem gibt es für die Älteren unter den taz-Lesern ja noch eine nette Anspielung auf das HB-Männchen, das man irgendwie einbauen könnte ….

das man aber auch durch den aktuellen Giftzwerg ersetzen könnte.

Fotoredakteur Mathias Königschulte findet noch ein aktuelle nordkoreanische Briefmarkenmotiv. Aber irgendwie fällt mir dazu nichts ein.

Mit den Entwürfen geht es in die Einser-Konferenz, die eindeutig dafür plädiert Kim und Trump gemeinsam auf den Titel zu heben. Layouterin Sonja Trabandt skribbelt ein wenig rum, um sie zB. als feuerspuckende Drachen zu zeigen:

Am Ende bastelt sie ein Cover das irgendwie an Punk-Bands aus den 80ern erinnert:

Und deshalb schlägt der Fotoredakteur vor, dass dann auch genau so zu titeln:

Mir gefällt die Idee. Aber funktioniert sie auch? Ich bin skeptisch und laufe mit zwei Probeausdrucken durchs Haus. die Mehrheit tendiert zu „in die Luft gehen“ als Zeile. Doch erstaunlich viele begeistern sich auch für den untoten Punk. Und die finden es dann meistens so geil, dass ich denke, ach was, man muss ja nicht immer der Mehrheit folgen, schon gar nicht auf der Titelseite der taz, die schließlich so aussieht:

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