Das Schönste am Journalismus ist, wenn man mal wirklich mitbekommt, dass die eigene Arbeit etwas bewegt. Hier ist einer dieser Fälle. Vor über einem Jahr hatte ich in einer sehr langen Geschichte über meinen jüdischen Vormieter Max Anschel und seine Familie geschrieben. Darin hatte ich die Webseite mappingthelives.org erwähnt, mit der man schnell herausfinden kann, ob an einem Ort Holocaustopfer gelebt hatten.
Die Texte hatte auch ein Lehrer der Evangelischen Schule Berlin Zentrum gelesen, der gerade ein ähnliches Projekt an seiner Schule plante. Zusammen mit Schüler:innen ging er auf die Webseite und fand heraus, dass dort, wo heute die Schule stand, einst Peter Neuding lebte, der 1943 in Auschwitz ermordet wurde.
Lehrer:innen und Schüler:innen erforschten in Archiven die Geschichte von Peter und seiner Familie. Mitte April wurden Stolpersteine vor der Schule und vor dem einstigen Wohnort der Familie verlegt.
Die Schule hatte mich zu einer Projektwoche eingeladen, um über meine Recherchen zu erzählen. Nun habe ich sehr gerne über ihre Aktion geschrieben.